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Klingsors Letzter

Die abendliche Suche nach dem Glück

Manche Abende sind wie eine Odyssee mit dem Ziel, etwas Einmaliges zu erleben. Es ist die Suche nach einem magischen Moment, nach dem unglaublichen Spaß, nach dem Loslassen und Schweben, kurzum: nach dem Glück.

Es gab und gibt solche Abende: Wenn man sie noch nie erlebt hätte, würde man sie ja nicht suchen! Aber, und das ist das Gemeine, man kann sie nicht erzwingen. Dies wird jedoch viel zu oft versucht. Man wechselt dann beispielsweise ständig die Orte, weil es ja woanders noch besser sein könnte. Irgendwo muss schließlich das ultimative Glück warten!

An solchen Odyssee-Abenden gibt es auch Rollen, die klassischerweise an die Glücksritter vergeben werden:

Es gibt die Zu-schnell-Aufgeber. Sie gehen eigentlich, bevor die Suche nach dem Glück startet – vielleicht aus Angst, dass kein Glück für sie dabei sein wird. Eine Form der präventiven Enttäuschungsvermeidung.

Es gibt die Skeptiker. Sie wollen nicht zu den Zu-schnell-Aufgebern gehören, weil sie noch heimlich die Hoffnung hegen, dass doch noch ein wenig Glück gefunden wird. Aber je länger sie ohne sichtbare Glücks-Funde dabei sein müssen, desto spaßbremsiger werden sie: Noch ein Ortswechsel!? Wieso denn?

Es gibt die Forcierer. Sie glauben, dass man das Glück am Abend nur durch eigene gute Laune herauskitzeln kann: Man muss jetzt Spaß haben, man lebt schließlich nur einmal. Möglicherweise bekommen auch sie im Laufe eines erfolglosen Abends Zweifel, übertönen diese dann aber durch ihre übertrieben gute Laune und durch die betonte Abgrenzung von den spaßbremsigen Skeptikern.

Es gibt die Mitläufer. Sie hoffen, dass wenn andere etwas Glück finden, auch etwas für sie abfällt. Sie sind zu allem bereit und haben keine eigene Meinung. Sie lassen sich von den anderen Kräften einfach treiben.

Das Tragische ist: Wenn sich keine Glückserlebnisse ergeben, kommt es zu einer Übersteigerung der Rollen, die in übertriebenen Konflikten und einem Negativsog enden können. Dabei können sich die Rollen auch wunderbar ergänzen, so dass – wie bei einem Puzzle – jeder seinen besonderen Teil zu einem ultimativen Abend hinzufügt.

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