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Klingsors Letzter

Deutschland, eine Toilette

Ich habe ja gestern auch ein Weilchen der Bundesversammlung und all den aufgeregten ARD-Journalisten zugeschaut. Eine sehr erstaunliche Inszenierung. Es ist sehr verwunderlich, dass die Medien sich immer wieder ihre eigene Fallhöhe schaffen: Es war abzusehen, nach all den Äußerungen im Vorfeld, dass ein oder zwei Wahlgänge nicht genügen. Aber die ARD schaffte es, dieses Faktum immer wieder als unglaubliche Neuigkeit und als Politikum zu verpacken. Eine Zitterpartie, von der nun immer gesprochen wird, war es ja nun auch nicht. Dass die Linkspartei Gauck nicht wählt, war vorher bereits klar. Die ARD bekam wahrscheinlich einfach nur Schaum vorm Mund, weil sie die Exklusivrechte an dem Zehn-Stunden-Marathon hatte.

Am spannendsten aber war die kleine Antrittsrede von Christian Wulff. Ich zitiere:

“Wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für unser Land, für unser Gemeinwesen, für unsere Demokratie. Es ist unser Land, es ist uns anvertraut, wir wollen es in einem Zustand an kommende Generationen weitergeben, zumindest in so gutem Zustand erhalten, wie wir unser Land vorgefunden haben.“ (ab Minute 4:41, Link)

Für ihn ist also Deutschland mit einer Toilette zu vergleichen! Denn wo sonst steht noch der Spruch: “Bitte hinterlassen Sie X in dem Zustand, in dem Sie sie vorfinden möchten.” Er hat nur das fast schon visionäre “möchten” weggelassen und sich auf den Jetzt-Zustand beschränkt. Wenn das mal nicht eine Vision für Deutschland ist! Wir wollen Deutschland zumindest so erhalten, wie wir es vorgefunden haben! Besser wird’s eh nicht, wir können nur unseren Abstieg verhindern.

Die deutsche Bahn hat auch schon reagiert und extra für den ICE, mit dem Christian Wulff reist, einen kleinen Erinnerungsort geschaffen:

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