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Klingsors Letzter

Archive for Februar, 2016

Deutschland im Visionsvakuum

Wenn man den wütenden Mob von Clausnitz sieht, könnte man an einen Rückfall ins Mittelalter oder an die Existenz des Bösen glauben. Ich glaube aber, dass es vielmehr um Angst geht. Diese Menschen haben Angst und kanalisieren sie in Wut und Hass auf noch Schwächere. Dieser Radikalisierungs-Prozess wird in meinen Augen unterstützt durch einen einseitig stattfindenden öffentlichen Diskurs. Doch zunächst einmal die Frage: Woher kommt die Angst dieser Menschen?

Ich glaube, dass sie das Gefühl haben, vom Staat vernachlässigt, ja vergessen worden zu sein. Sie haben den Niedergang ihrer Dörfer miterlebt: Erst ziehen die jungen Leute massenhaft weg, dann wird der Bahnanschluss gekappt, der Bahnhof verwahrlost, dann schließen der Bäcker, der Fleischer und der Minisupermarkt, der Bus fährt nur noch zweimal am Tag für die übriggebliebenen Schulkinder, die Arbeitslosenquote steigt, dann geht der letzte Arzt in Rente… Die Region stirbt. Das geschieht nicht nur im Osten, aber dort hat man die Wende als zusätzlichen radikalen Lebenseinschnitt, der Gewinner und Verlierer erzeugt hat.

Und jetzt kommen die Flüchtlinge. Im Internet und insbesondere bei Facebook kursieren Geschichten, was sie nicht alles vom Staat bekommen und worauf sie nicht alles Anspruch haben. Und das wirkt. Außerdem sehen sie es ja in ihren eigenen Dörfern: Der Staat kümmert sich um die Flüchtlinge, gibt ihnen kostenlos (!) eine Wohnung und sogar Geld zum Leben. Sie fragen sich: „Wer macht das denn für mich?“ oder “Wenn man denen das alles gibt, was bleibt dann noch für mich übrig?” Dass dies Notmaßnahmen sind, um keine menschenunwürdigen Zeltstädte zu erschaffen, dass Flüchtlinge lieber arbeiten würden, als Geld und eine Wohnung vom Staat zugewiesen zu bekommen, wissen sie nicht. Das Bild vom Sozialschmarotzer wurde in den letzten Jahrzehnten zu gut anhand der faulen Hartz-4-Empfänger und der Griechen in den deutschen Medien etabliert (vgl. hier).

Diese ängstlichen Menschen bekommen die Wirklichkeit nicht mit, in der die Flüchtlinge in Deutschland leben. Sie wissen nicht, dass Flüchtlinge in diesem Land immer menschenunwürdiger behandelt werden, dass hart erkämpfte grundlegende Menschenrechte und daraus entstehende Ansprüche in zwei sogenannten Asyl-Paketen gekappt wurden – und zwar eigentlich für sie, um ihren Ängsten entgegenzuwirken. Das Dilemma dieser Asylpakete ist, dass die Härte der neuen Regelungen öffentlich nicht eingestanden und klar benannt werden kann, weil dann auch ihre Menschenunwürdigkeit deutlich werden würde. Man stelle sich die Schlagzeile vor: “Regierung beschließt: Noch weniger Rechte und noch willkürlichere Behandlung für Flüchtlinge!” Die Wirkung, die diese Asylpakete eigentlich bei den Ängstlichen erzielen sollten, kann daher nicht erreicht werden. Nur die Flüchtlinge und Helfer werden die Auswirkungen im streng reglementierten Flüchtlingsalltag erleben. Auflösen wird sich die Angst der Menschen dadurch also nicht.

Der öffentliche Diskurs über Flüchtlinge hat aber auch weiterhin eine starke Schieflage. Nachdem es lange Zeit eine fast erzwungen positive Berichterstattung über Flüchtlinge gab, stellten die Ereignisse der Silvesternacht in Köln für die Medien eine Art Katharsis dar: Alles, was vorher unterdrückt worden war, floß nun ungehemmt und aggressiv in die Berichterstattung ein. Doch dieses Fenster der rassistischen Schreckensszenarien hat sich (glücklicherweise) wieder geschlossen. Der mediale Diskurs ist wieder latent positiv – orientiert am „Wir schaffen das!“ der Kanzlerin. Das führt jedoch dazu, dass es keine realistische Diskussion über die Flüchtlingskrise geben kann, weil die wichtigste Frage weiterhin unbeantwortet bleibt: „Wie schaffen wir das?“ Diese Leerstelle lähmt die gesamte Diskussion: Sie schwankt zwischen dem abstrakten, inhaltlich nicht ausgefüllten Glauben an das „Wir schaffen das!“ und den immer lauter werdenden Forderungen nach einer Begrenzung der Flüchtlingszahlen, die den Zweifel eines „Wir schaffen das nicht!“ unausgesprochen enthalten. Die eigentlich notwendige inhaltliche Debatte wird von den Medien zu einem Kampf zwischen zwei Lagern stilisiert: „Alle gegen Merkel. Wann knickt sie ein?“

Während also die Medien mit diesem skurrilen Schaukampf beschäftigt sind und damit den Diskurs in seiner möglichen Breite gar nicht abbilden können, findet der ausgeblendete Teil auf Facebook statt. Dort treffen soziale Schichten aufeinander, die in der Wirklichkeit nie aufeinander treffen würden. Und alle wundern sich, wie radikal sich die Menschen dort äußern. Zeitungsredakteure sind irritiert, wenn ihre „Freunde“ bei Facebook plötzlich gegen Flüchtlinge hetzen und schreiben öffentliche Anleitungen, wie man damit umgeht. Sie sind ebenso irritiert, wenn dies plötzlich in der Familie auftritt. Dabei weist dies nur auf die Leerstelle der öffentlichen Diskussion und die Schieflage des medialen Diskurses hin. Ich rede hier nicht von strafrechtlich relevanten Äußerungen wie Morddrohungen oder Hetzkampagnen, sondern von kritischen Äußerungen jenseits des „Wir schaffen das“. Diese Äußerungen werden als Rechts oder „AfD-Quatsch“ abgetan, den es zu widerlegen gilt. Eine solche Meinung lässt sich aber nicht mit Fakten widerlegen, weil es eben nicht nur eine Fehlinformation ist, sondern weil sie auf der oben beschriebenen Angst aufsetzt. Und solange im öffentlichen Diskurs die Frage „Wie schaffen wir das?“ nicht beantwortet wird, wird diese Angst bestehen bleiben.

Stattdessen sollen aber lieber die Kommentare gelöscht werden. Der Druck auf Facebook ist enorm. Aber ist es wirklich besser, die Menschen lernen, dass man bestimmte Dinge einfach nicht mehr öffentlich sagen kann? Die Meinungen und Ängste werden sich dadurch ja nicht ändern – sie werden vielmehr zu Handlungen führen, die dann die Öffentlichkeit böse überraschen (siehe Clausnitz, siehe Bautzen). Der unterirdische, nicht-öffentliche Vulkan wird weiter brodeln und es wird immer wieder unerwartete Eruptionen des Hasses geben.

Doch wie ließe sich diese Situation auflösen? Claus von Wagner hat in „Der Anstalt“ einen möglichen Weg aufgezeigt (am Ende des Videos). Die Regierung bräuchte eine Vision. Angela Merkel müsste so etwas sagen wie: „Liebe Bevölkerung, niemandem wird es schlechter gehen, weil wir die Flüchtlinge aufgenommen haben. Wir werden stattdessen Geld in die Hand nehmen und in unsere Infrastruktur und unsere Bildung investieren. Alle werden davon profitieren!“ Aber das kann sie nicht sagen. Zum einen weil es verpönt ist, wenn der Staat (der elende Verschwender!) investiert und sich dafür verschuldet (Schulden das Teufelszeug! Dagegen hilft nur die Schuldenbremse!). Zum anderen weil sie dann zeigen würde, dass für die Flüchtlinge extra Geld ausgegeben wird, was man vorher nicht für die Aufrechterhaltung von (fast schon sprichwörtlichen) kommunalen Schwimmbädern und Bibliotheken hatte (allerdings für die systemrelevanten Banken). Sie müsste also für die Beantwortung der Frage “Wie schaffen wir das?” ihre bisherige Politik in Frage stellen und ändern. Das kann sie nicht.

Angela Merkel hat sich somit in eine Sackgasse manövriert – und damit auch die Medien und den öffentlichen Diskurs. Aber solange dieses Visions-Vakuum besteht, werden die Horrorszenarien der AfD und der Rechten blühen und gedeihen – ganz egal, ob in oder jenseits der Öffentlichkeit.

Die Differenz. lieben lernen

Jahrelang hatte ich eine genaue Vorstellung davon, wie ich meine Traumfrau kennenlernen würde: Ich würde auf der Straße laufen und eines meiner Lieblingslieder unbewusst vor mich hinsummen. Sie würde mich überholen, das Lied erkennen und sagen: „Oh, das ist auch mein Lieblingslied!“ Wir würden uns in die Augen schauen und alles wäre klar.

Der Volksmund spricht bei dieser Vorstellung des Verliebens vereinfachend von „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Die Psychologen machen es komplizierter und nennen es „Similarity attraction“. Sie haben herausgefunden, dass sich die meisten Menschen bei der Partnerwahl, aber auch bei der Freundeswahl, Menschen aussuchen, die ähnliche politische Einstellungen, ähnliche soziale Vorlieben und ähnliche Vorstellungen vom Leben haben, wie sie selbst. Die Erklärung der Psychologen: Es gehe in Beziehungen schließlich um die Bestätigung des eigenen Selbsts. Und was würde mich mehr bestätigen als jemand, der genau dasselbe Lied kennt und gut findet wie ich! Doch so einfach ist das nicht. Es bleibt bei dieser Vorstellung ein wesentlicher Pol der Beziehung ausgeklammert: Die Differenz.

Die Differenz führt in der Beziehung dazu, dass das eigene Selbst eben nicht bestätigt wird, sondern auch in Frage gestellt wird: Was?! Sie mag mein Lieblingslied nicht und hat stattdessen ein völlig anderes Lieblingslied? Die Differenz ist immer schon da – es begegnen sich schließlich zwei Menschen, die – egal wie gleich sie nun wirken – doch unterschiedlich aufgewachsen sind und unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Die Vorstellung der anziehenden Ähnlichkeit blendet diese wichtige Beziehungskomponente leider völlig aus.

Das liegt vielleicht auch daran, dass die Differenz in der ersten Phase der Beziehung nur ein latentes Hintergrundrauschen bleibt. Die Verliebtheit überstrahlt zunächst alle Differenz, da sie ein absolutes Annehmen des Anderen zelebriert und die Gemeinsamkeiten und Ergänzungen überbetont. Man fühlt sich nicht durch kleine Differenzen in Frage gestellt, wenn der Andere das eigene Dasein ja in allen anderen Facetten feiert und annimmt. Daher wird die Differenz in der Verliebtheit oft noch nicht erkannt. Im Rausch der Nähe des Fremden und Neuen wird sie oft sogar zu etwas, was den anderen noch attraktiver macht – es ist die Faszination des Unbekannten.

Aber je mehr dieses Unbekannte im Alltag entdeckt und benannt wird, desto mehr wird die Differenz deutlich. Differenz heißt nun: Der Andere isst anders, trinkt anders, schläft anders, reagiert anders, fühlt anders, liebt anders, etc. Insbesondere für Männer ist dies oft ein Schock, da sie sich in der Verliebtheit idealistische Scheinbilder der Frau gemalt haben, die mit dem wirklichen Sein der Frau nichts zu tun haben. Diese Erfahrung wird nun nicht mehr abgefedert durch das Gefühl des absoluten Angenommenseins. Der Andere wird erstmals nüchtern wahrgenommen.

Es wäre schön, wenn es bei dieser Differenz nur um minimale, irrelevante Details ginge, wie: Sie isst gerne Broccoli, ich aber nicht. Es geht aber um Verhaltensweisen, die man immer abgelehnt hatte, um Sichtweisen, die man nie vertreten würde, um Gefühle, die man noch nie hatte. Und das führt zu dem entscheidenden Punkt: Die Differenz zum Anderen führt dazu, dass ich mich selbst besser erkennen kann. Im Blick des Anderen erkenne ich meine eigenen blinden Flecken: Das, was ich ablehne, bedeutet mir ja etwas – ich will es nicht sein und habe Angst davor, doch von außen so wahrgenommen zu werden und tief in meinem Inneren so zu sein. Auf diese Weise werde ich mit mir selbst konfrontiert und muss lernen, durch die Differenz zum Anderen zu mir selbst zu stehen.

Und als ob dies nicht schon schwierig genug wäre, wird dieser Prozess zu einer echten Gratwanderung, weil man sich gleichzeitig – angesichts der Differenz – selbst behaupten muss, ohne jedoch aus der Beziehung einseitig herauszutreten. Ich kann also nicht sagen: „OK, meine cholerischen Wutanfälle stören dich, aber so bin ich halt!“ Eine Überbetonung des „Ichs“ würde das „Wir“ aushöhlen.

Leider gibt es kaum vorgefertigte kulturelle Muster oder kulturelle Umgangsweisen mit der Differenz. Hollywood-Kino und Popsongs zelebrieren immer nur das Verliebtsein und die Ähnlichkeit: Eine Frau ziert sich und der Mann überzeugt sie durch seine Liebe. Ein Paar liebt sich unglaublich, aber es kann durch gesellschaftliche Umstände nicht zusammenkommen. Eine Beziehung scheitert, weil die Partner sich auseinandergelebt haben und einer jemand anderen kennengelernt hat.

All das ist auch wesentlich einfacher zu zeigen als das schwierige Austarieren zwischen „Ich“ und „Wir“. Dadurch fehlt jedoch das Bewusstsein dafür, dass der Umgang mit Differenz in Beziehungen ein entscheidender Punkt ist. In einer Gesellschaft, in der es zunehmend auch bei der Partnerwahl um Selbstoptimierung geht, in der viele Menschen – hinter ihrer selbstsicheren Fassade – verzweifelt nach Selbstbestätigung suchen und in der die bessere Partnerin oder der bessere Partner immer schon einen Klick weiter ist, kann diese Fehlstelle nur zu häufigen Trennungen und Bindungsunfähigkeit führen.

An dieser Stelle muss leider die Theorie auch mit der Praxis konfrontiert werden: Ebenso wie es aus der theoretischen Sicht des Kommunikationswissenschaftlers eigentlich extrem unwahrscheinlich ist, sich gegenseitig zu verstehen, so gibt es in dieser Gesellschaft doch erstaunlich viele Beziehungen, die genau diesen schwierigen Prozess überstanden haben. Es gibt dabei verschiedene Arten, mit der Erfahrung der Differenz des Anderen umzugehen:

Man kann die Differenz ausblenden, indem man nur auf sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse in der Beziehung achtet. Man kann die Differenz von sich wegschieben und sie abstrakt der Gruppe des Anderen zuordnen („Frauen sind halt so“). Man kann die Differenz bekämpfen und versuchen, sie einzuebnen, indem man den Anderen zwingt, sich zu ändern. Man kann aber auch versuchen, sich selbst anzupassen und zu ändern. Man kann die Differenz aushalten und versuchen, sie, wenn nicht als Bereicherung, so doch zumindest als Herausforderung zu verstehen. Man kann die Differenz relativieren, indem man sich das Schöne und Gemeinsame vor Augen führt. Man kann sich aber auch auf die Differenz fokussieren, sie überbetonen und die Beziehung damit letztendlich zum Scheitern bringen.

Beziehungen schwanken somit auf einer Skala zwischen Ähnlichkeit und Differenz. Sind sich die Partner zu ähnlich, können sie sich kaum weiterentwickeln, weil sie sich in der Beziehung gar nicht als eigenständige Personen wahrnehmen. Sind die Partner zu verschieden, verlieren sie sich entweder im endlosen Kampf um Selbstbehauptung oder durch den beidseitigen Rückzug ins eigene Selbst. Irgendwo zwischen diesen Polen sollte eigentlich die gute Beziehung zu finden sein.

Mein Leben als Ideenkünstler (II)

Nachdem ich vor einiger Zeit mein Leben als Ideenkünstler begonnen habe, will ich es hier nun weiterführen – ohne auch nur eine Idee bisher umgesetzt zu haben (ich schwöre es!).

Die Jokebox
Man wirft 10 Cent ein, ein Schallplattenarm greift eine Platte heraus und man bekommt einen Witz erzählt. Die Witze sind dabei nach Kategorien sortiert, wie „klassisch verschweint“, „politisch inkorrekt“, „absurder Anti-Witz“, „Randgruppe“… Die Maschine kann in Kneipen Aufheiterungen für unlustige Runden bieten, kann den Wortschwall von Witz-Allein-Unterhaltern stoppen oder kann auch zum klassischen Duell „Mensch-Maschine“ anregen.

Das Zeitreise-Hotel
Ein Hotel, in dem man das Leben einer anderen Zeitepoche leben kann. Man kann beispielsweise das Leben der 50er Jahre leben: Man gibt alle elektronischen Geräte, alle Kleidung, also eigentlich alles am Eingang des Hotels ab. Man wird komplett neu mit dem Besitz-Portfolio eines Menschen aus den 50er Jahren ausgestattet. Wer beispielsweise telefonieren will, muss Münzen in den Fernsprecher stecken und die Vermittlung anrufen. Männer und Frauen wohnen natürlich in getrennten Zimmern - außer sie sind verheiratet. Dabei ist das 50er-Jahre-Hotel ja noch recht fortschrittlich, im Vergleich zum Hotel des 18. Jahrhunderts.
Hier kommt das Konzept natürlich auch an Grenzen. Kann man in Gebäuden, die in dieser Form in dieser Zeit nicht existiert haben, und in einem Modus des Reisens, der in dieser Zeit ebenfalls nicht existiert hat, die Zeit selbst nachstellen? Vielleicht müsste daher eher ein ganzes Dorf gebaut werden, um das Leben im 18. Jahrhundert nachzustellen. Damit dies nicht nur wieder eine Projektion unserer Vorstellungen der damaligen Zeit wird (siehe Mittelaltermärkte), müssten diese Dörfer und Hotels an die wissenschaftlichen Abteilungen der Museen der Sozial- und Alltagsgeschichte angebunden werden. Das Wichtigste bei dieser Idee ist aber, dass man dort auch leben kann, und es nicht nur - wie ein Museum - besucht.

Der Diavortrag des streitenden Ehepaares
Immer diese Idylle bei Diavorträgen! Ich würde gerne einmal den Diavortrag eines streitenden Paares inszenieren. Er in der einen Ecke des Hörsaals, sie in der anderen Ecke. Er zeigt ein Dia und kommentiert es, sie unterbricht ihn jäh und ruft: „Das stimmt doch gar nicht! Da hab ich dich …“ Dann erzählt sie ihre Version und wird wieder von ihm unterbrochen usw. So schaukelt sich das hoch, bis beide am Ende bei einem wunderbar idyllischen Bild, vielleicht einer Berglandschaft, wutentbrannt den Raum verlassen.
Der Vorteil dieses Vortrags ist, dass er die Urlaubserlebnisse vieler Menschen wohl widerspiegelt und damit auch den oftmals absurden Kontrast zwischen dem Vortragenden, der das Schöne und Spannende erlebt hat, und dem Zuhörer, der immer nur das Langweilige und Spießige erlebt, aufhebt.