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Klingsors Letzter

Archive for April, 2011

Gesammelte Empfehlungen für ein besseres Leben

Ich wollte das nie! Wirklich nicht.
Aber wenn man wirklich einen positiv abgerundeten Blog schreiben will, muss man manchmal auch Internet-Seiten empfehlen. Also dann, los geht’s:
Der großartigste englisch-sprachige Comic-Blog, den ich kenne: Bizarro. Es folgt eines meiner Lieblingsbilder. Großartiger Bildaufbau, wunderbare Idee.

Und hier noch einer meiner Alltime-Favorites. Unglaublich, dass man aus diesem alten abgestandenen Thema noch einen originellen Witz machen kann:

Zudem noch eine weitere Empfehlung, auf die ich ebenfalls durch Bizarro aufmerksam geworden bin: Awkward Family Fotos. Dann natürlich auch noch meine Empfehlung: Der “Jolly Green Giant”. Ich weiß nicht mal, warum ich das so lustig finde, aber ich muss immer wieder lachen, wenn ich dieses Bild sehe. Es lässt sich doch alles erklären.

Zuguterletzt auch noch eine Filmempfehlung, die nicht sonderlich originell ist. Aber, wer es bis hierhin geschafft hat, der verkraftet auch das noch. Es ist die hochgelobte Satire “Four Lions”. Selten habe ich einen so gratwandernden Film gesehen. Aber er schafft es, da er nah an den Figuren dran ist und sie auch immer irgendwie ernst nimmt, dass sie nicht der Lächerlichkeit preis gegeben werden. Kein Slapstick, oder besser nicht nur. Niemand mag ermessen, wie ein solcher Film ausgesehen hätte, wenn er in Deutschland gedreht worden wäre. Deutsche Komödien haben wahrscheinlich noch nie ein solches Niveau erreicht.

Münchner Armutsideen

So kann das nicht weitergehen! Ständig suche ich nach einem Thema, das zu diesem letzten schweren Thema passt, finde aber kein adäquates. Daher an dieser Stelle wieder einmal ein kleiner Verriss, aber auch ein Verweis auf Positives.
Der gestrige Tatort war wirklich erstaunlich in seiner Darstellung der Armut: Es war in etwa so, wie sich ein gesetzter, gut verdienender Münchner Drehbuchschreiber die Armut vorstellt. Ein schreckliches Klischee ans nächste gereiht. Und auch noch so schlecht gefilmt. So schlechte Schauspieler, unglaublich! Könnte man nicht wenigstens jemanden nehmen, der ansatzweise die Erfahrung von Armut gemacht hat? Mit unendlich vielen Meta-Sätzen, die so niemals fallen würden. Zudem gab es unglaublich bescheuerte Musikuntermalung an viel zu vielen Stellen.
Und dann auch noch eine Anne-Will-Sendung danach, die uns das Gesehene erklären soll! Wahrscheinlich war die Tatort-Armut genau die Armut, die sich die bräsige Julia Klöckner vorstellen kann. Diese klischeehafte Darstellung wurde so ernst genommen. Absurd. Hat das irgendjemand da draußen als authentisch angesehen?
Wer wirklich Armut und Abstieg sehen will, der sollte sich die erste Staffel von “The Wire” anschauen. Sehr gut gezeichnete Charaktere (da sie auch ambivalent sind), aber auch sehr gut gefilmt. Dass das in Deutschland auch geht, hat ein anderer Tatort vor einiger Zeit bewiesen: “Der frühe Abschied” ist ein an die Nieren gehendes Porträt einer Beziehung in der Unterschicht und schafft etwas, was ganz selten im Fernsehen passiert: Er lässt den Zuschauer emotional dasselbe nachvollziehen, was die Kommissare durchmachen, nämlich der Verdächtigen in ihrer plumpen Zuneigung zu ihrem Kind zu vertrauen. Der Zuschauer spürt den Zwiespalt zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Eigenverantwortung und Bevormundung. Dieser großartige Tatort wird am 06. Mai um 21:45 Uhr in der ARD wiederholt.