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Klingsors Letzter

Archive for Dezember, 2006

Neujahrssong

Eines der schönsten Lieder für ein neues Jahr:
(Manchmal ist die Homepage leider nicht erreichbar.)

(Sidsel Endresen und Bugge Wesseltoft: “Try”)
Diese Stimme, diese Lakonie, diese Echtheit.

Try
Keep on looking, you keep on searching,
keep on moving and you get a little further
keep on trusting, you keep on hoping
keep on facing your faith just to keep on growing
Just try, try

Keep on wondering, you keep on asking,
keep on reaching, keep on taking chances
keep on longing, you keep on dreaming,
keep on doing what you do, never give up believing
Just try, try, just try

Maybe your world shakes, you try to hold on,
maybe your heart breaks, just keep on loving,
maybe you’ll find out, it’s meant to be this way,
maybe you learn this, or maybe we’ll learn this
Try, try, just try

Keep embracing each day, keep on yearning,
keep on making mistakes just to keep on learning
keep on giving, you keep on wanting,
keep on fighting, just get up every morning
and try, try, just try

Übrigens

Ein Zusammenhang, der noch nicht untersucht wurde, ist, ob die amoklaufenden Schüler nicht durch exzessives Knallern an Silvester stark zu ihren späteren Taten animiert wurden. Computerspiele sind nur die eine Seite …

Kaffeetisch-Lösungen

Pünktlich zum neuen Jahr präsentiert Ihnen dieser Blog die Lösung eines der dramatischsten Probleme der Gegenwart: Das Demographie-Problem.
Es werden immer weniger Kinder geboren. Das ist bekannt. Es ist auch bekannt, dass die Normal-Liebes-Beziehung (40 Jahre verheiratet, 2-4 Kinder) ausstirbt. An ihre Stelle tritt die Patchwork-Beziehung (2 Jahre mit X, 5 Jahre mit Y). Darin liegt auch schon die Lösung des Problems begründet: Oft bekommt eine Frau ein Kind (besonders hier in Jena) und wird zwar aufgrund der Patchworkhaftigkeit der Lebensentwürfe von dessen Erzeuger verlassen. Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Sie findet einen neuen Freund und plant mit diesem ihr weiteres Leben. Um allerdings nicht mit einem fremden Kind aufzuwachsen, muss der Mann nun ein eigenes Kind zeugen. Und schon ist der Bann gebrochen: Zwei Kinder und mehr sind nun möglich.
Andere ausgeschlossene Theorien:
(sanftere Gemüter bitte nicht weiterlesen)
Postbotentheorie: Die Post stellt wieder mehr Postboten ein und verringert den zeitlichen Druck auf diese, so dass sie wieder mehr Frauen “Post” bringen können.
Männerschwangerschaft: Da die Verpflanzung der weiblichen Gebärmutter möglich ist, können auch Männer schwanger werden. Ideal wäre es, die bereits vorhandenen Bierbauchstrukturen zu nutzen. Die Geburt wird als Kaiserschnit empfohlen.

Dezemberregen

Es gibt Phasen, in denen so vieles zerbricht. Es ist, als ob eine Wolke voller Blätter, jedes einzelne ein eigenes Schicksal, in einen schweren Herbstregen gerät. Vollgesogen von Veränderung sinken sie hinab und wollten doch nur bleiben. Jeder Tropfen ein anderer Moment, ein weiterer Meter hinab, eine unüberbrückbare Distanz zum Eben.
Auf dem Boden der altbekannte Versuch, das Verschwommene neu zu ordnen, und die ausgeblichene Hoffnung, dass es ein Ende des Regens gibt.

Statemind

Viele Leute beschweren, sich dass mein Blog verkommt. Das stimmt. Sie meinen, da könnte man auch gleich Süddeutsche Zeitung lesen. Das stimmt.
Ich schreibe gerade an meiner Arbeit, und erlebe leider oder auch glücklicherweise nichts mehr, was ich so wahrnehmen könnte, als dass ich es hier schreiberisch veredeln könnte. Das wird aber wahrscheinlich wieder anders, wenn meine Gedanken wieder freier sind. Insofern können die Leser hier mit einem Blog light vorlieb nehmen oder in einem halben Jahr wieder reinschauen.

Mein erstes Lob

Ich bin wirklich beeindruckt. Ein Artikel in der Süddeutschen bringt die Thematik der Lobbyarbeit äußerst gut auf den Punkt. Ein Beispiel: “Unabhängig forschen heißt nicht unabhängig veröffentlichen.”
Allerdings traut sich die Süddeutsche noch nicht, all die Taktiken mit Beispielen aus der Tabaklobby zu unterfüttern. Das wäre noch einen Schritt besser.

Verzweiflung und Volksmusik

In der Süddeutschen findet sich heute ein interessantes Essay über Florian Silbereisen, den Guru der Volksmusik. Der Autor versucht zu verstehen, wie ein junger Mensch diese schauspielerischen Fähigkeiten, dieses amerikanische Super-Smile-Gesicht so sauber anlegen kann, als hätte er nie etwas anderes getan. Und vermutlich ist es auch so. Meine Theorie, leicht psychologisierend: Vermutlich ein Außenseiter in der Schule, Akkordeon-spielend, eine Vorliebe für die Musik der Älteren (Anmerkung: Vergleich, da unpassend gelöscht), stürzt sich mit kindlichem Enthusiasmus in diese Nische, in der er so erfolgreich ist, eine Ebene, die seine Klassenkameraden nie verstehen werden. Es ist - ohne Ironie - die Verzweiflung, das Anderssein, das ihn ins Musikantenstadl trieb. Mittlerweile wohl nur noch der Erfolg. Vermutlich ist er aber innerlich gespalten, seine stets lächelnde TV-Existenz und sein reales Alter, sein riesiger Erfolg und sein Anderssein. Noch kaschiert der Erfolg all diese Probleme. Die Frage ist allerdings, ob er, der so jung in diese Branche gekommen ist, auch dort altern kann, so wie seine Zuschauer. Kann er die Illusion immer aufrecht erhalten? Noch kann er dort trotzig die Rolle des braven Jungen übererfüllen, auf dass die Senioren uns auf der Straße wieder anpöbeln können, weil wir anders sind.
Nun aber die wichtigste Aussage aus der Süddeutschen, die alle meine Ängste beherbergt und ausdrückt, warum ich dies schreibe: “Auch wenn wir 100 Jahre alt werden, wird irgendwo ein junger Mensch in einem volkstümlichen Schlager die Schönheit der Heimat besingen. Und wenn wir Pech haben, klatschen wir dann mit.”

Medien und Angst?

Ein Zusammenhang, der mich weitaus mehr interessieren würde als der von Computerspielen/Medien und Gewalt, wäre der von Medien und Angst. Meine Vermutung: Medien (insbesondere Filme) multiplizieren und erschaffen Ängste, die es vorher so nicht gab: Die Angst, sich alleine im Wald zu bewegen, wenn es dunkel ist; im eigenen Haus bei kleinsten Geräuschen einen Einbrecher zu wittern; Anhalter nicht mehr mitzunehmen, weil diese einen überfallen oder Massenmörder sein könnten. Die filmische Darstellung hinterfragt die natürliche Sicherheit, mit der man sich in diesen Situationen bewegen würde, sie schafft einen Möglichkeitsraum, der fernab der Realität ist.

Was kommt nach StudiVZ? Das ProfVZ!

Es ist ja schon ein bisschen älter, da aber im Netz noch immer Bedarf an StudiVZ-Bashing besteht, hier für Nicht-Jenaer ein Screenshot des Prof-VZ. (Sogar noch ein wenig überarbeitet.)

profvz


Zitat des Tages

Seit ich Haare auf dem Rücken kriege, glaube ich nicht mehr an die Schöpfungstheorie.

Mitbewohnercasting durch StudiVZ

Ich hatte bisher beim StudiVz nur so rumgestöbert und kaum einen Sinn in echter Recherche gesehen. Nun aber, da wir einen neuen Mitbewohner suchen, erweist es sich in Kombination mit Google als sehr schlagkräftig. Leute, die keine Google-Spuren hinterlassen haben, haben sich freiwillig ins StudiVZ eingetragen. So kann man schonmal deren Freunde sehen und evaluieren, ob sie in die eigene WG passen.
Sinnvoll wäre etwa folgender Ablauf: Ein Anrufer schickt per SMS seinen Namen. Ich recherchiere ihn und schreibe ihm dann zurück, ob es für ihn Sinn macht vorbeizukommen. Noch einfacher wäre es natürlich, wenn meine Mitbewohner und ich im StudiVz wären, dann würden sich “falsche” Leute erst gar nicht bewerben. Am besten wäre es im StudiVZ eine riesige Mitwohnbörse und Mitfahrzentrale zu integrieren. Und dann später, wenn all die Erstis, die sich nun im kompletten Jahrgang angemeldet haben, älter sind, eine Praktikums- oder Stellenbörse. Dann könnten die ebenfalls vertretenen Werbefuzzis gleichmal ein paar BWL-Schnicksen für ein Praktikum einladen, die Alternative Liste könnte sich aus den Kiffern gezielt neue Aktivisten raussuchen und die kleinen Start-Up-Unternehmer könnten sich passendere Mitstreiter suchen.
StudiVz enthebt von dem Zwang, andere Menschen offen kennenzulernen. Glücklicherweise. Denn das spart Zeit.

Eine Geschichte vom Verlust des Besonderen

Es ist schade, dass der Weihnachtsmann so omnipräsent geworden ist. Kam er früher nur zu Weihnachten ins Haus, während Vati zufälligerweise verschwunden war, so ist er nun in jedem Einkaufscenter in einer kleinen einfallslosen Weihnachtsshow zu sehen, in der er Geschenke verteilen und Gewinnspiele moderieren darf. Was unterscheidet denn diesen Weihnachtsmann in den Augen eines Kindes von dem Weihnachtsmann, der dann zu ihm nach Hause kommt? Nichts. Nur, dass er immer da ist. Der Weihnachtsmann war etwas Besonderes für einen besonderen Moment. Nun sind die Kostüme (mehr ist es wohl nicht) industriell herstellbar und die jobsuchenden Studenten (mehr braucht es wohl nicht) allgegenwärtig. Aber wir leben doch im Überfluss, warum sollten wir uns also künstlich beschränken: Wir können doch jeden Tag einen Weihnachtsmann haben. Warum denn nicht? Wahrscheinlich wird er bald auch Flyer verteilen und vorm Aldi Mickey-Mouse-Abos vertreiben. Der Weihnachtsmann wird zu einer typischen Dezemberfigur. Glücklicherweise tritt der Osterhase nur in wenigen Familien leibhaftig auf.

Dinge, die aussterben: Die Eisblume

Die Dämmung ist der natürliche Feind der Eisblume. Jahrhundertelang konnte sie ein wildes Parasitenleben führen und von Fenster zu Fenster ziehen – immer auf der Suche nach menschlicher Wärme. Im Sommer ließ sie sich in den Süden treiben, im Winter durchstreifte sie die Fensterläden und ließ sich auf Fensterbänken nieder. Heute jedoch wird die Eisblume in Deutschland nicht mehr heimisch. Die menschliche Wärme reicht nicht mehr für sie – reicht sie doch gerade für den Innenraum. Die falsche Ideologie des Energiesparens, das Gerede von einer sogenannten Energieknappheit, führten zur Erfindung des glatt-gelackten Isolierglasfensters und des verlogenen Verbundfensters. Seit Jahren zieht die Eisblume nun von Haus zu Haus, heimatlos, asyl suchend. Sie verzweifelt daran, dass Menschen Zahlen mehr als Schönheit schätzen. Heizkostenabrechnung, Energiesparverordnung, Wärmedurchlasswiderstand – armes Deutschland. So geht sie verloren: Sie, der Fenstergeist, sie, die einzige Blume, die niemand jemals verschenken konnte.