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Klingsors Letzter

Archive for November, 2006

Die neue Coolness

Es ist schade, dass sich mittlerweile nicht mehr jeder Film eine eigene Bildästhetik leisten kann. Scheinbar gibt es beispielsweise, um Coolness darzustellen, nicht mehr sehr viele Varianten. Wie man unten sieht, sind die beiden vermutlich von der Filmästhetik so verschiedenen Filme “James Bond” und “Miami Vice” beide auf dieselbe Art Coolness in der Präsentation angewiesen: Leger mit offener, wehender Jacke, die Waffe liegt fluffig in der Hand, sie gehört so offensichtlich zum Gang dazu, sie fließt so geschmeidig in den Gang ein, wie bei Rentnern der Stock.

aehnlichkeit

P.S. Im Vergleich verliert der neue James Bond ganz offensichtlich. Er läuft ein wenig gebückt, so als würde er sich für diese Form der Darstellung schämen. Sehr verständlich.
P.P.S. Wie man auf dem Bond-Plakat sieht, hat der neue James-Bond-Darsteller Daniel Craig einen weiblichen Schatten. Er bestätigt damit viele seiner Kritiker.

Keine Sahne mehr

Ich hätte nie gedacht, dass die aktuelle Nachrichtenlage mich einmal so direkt betreffen würde. Der rheinlandpfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner wechselt nach Berlin und wird dort Bildungssenator. Dabei hatte ich schon einen konkreten Termin mit ihm für ein Interview und hatte mich darauf gefreut, weil er wohl der kompetenteste und dienstälteste Wissenschaftsminister Deutschlands ist.
Außerdem ist dies eine merkwürdige Entscheidung: Vom ruhigen Rheinland-Pfalz ins ober-bankrotte Berlin? Falls er den Stress mit Studiengebühren vermeiden wollte (Rheinland-Pfalz ist eingekesselt von einführenden Ländern), wird er weitaus mehr Stress mit der Berliner Hochschullandschaft bekommen. Dort müsste nämlich eigentlich gespart und Unis zusammengelegt werden. Eine lange Amtszeit wird ihm dort wohl nicht bevorstehen – aber er ist auch schon 61.
Durch seinen abrupten Wechsel raubt er mir das Sahnehäubchen von meinen schönen Magisterarbeitsinterview-Kuchen. Hätte er 14 Tage später den Wechsel vollzogen, wäre alles wunderbar gewesen. Aber ich werd ihn wohl nochmal anschreiben.

Große Denker unter sich

Mein Ausflug in die vielgestaltige Wissenschaftslandschaft verlief wieder einmal sehr ernüchternd. Eine sehr fundierte Kritik an all den Texten, die mir bisher plausibel erschienen, entpuppte sich als wirres Systengeschwafel, als es darum ging, ein eigenes “System” zu entwickeln. Knallhart listete der Autor die Schwächen aller bisherigen Untersuchungen auf, alles natürlich im Konjunktiv und im indirekten Zitat, um größtmögliche Distanz zu erzeugen (Die Autoren glauben wirklich, dass…). Er forderte Beweise und widerlegte Kausalannahmen, indem er sie als bloße Zusammenhänge enttarnte. Und alles nur, um dann auf eine sinnlose (im wahrsten Sinne des Wortes) Luhmann-Huldigung abzuheben, die kein einziges der Kriterien, die zuvor angelegt worden sind erfüllt. Was soll das? Hinterfragen sich manche Forscher nicht manchmal selbst?
Aber hier nun das Fazit des Buches, ein Zitat von Luhmann:
“Manche Annahmen der klassischen Theorie, zum Beispiel die eines demokratischen Konsenses, sind so absurd, dass man sich fragen muss, ob diejengen die dies verstehen, verstehen, was sie verstehen; und ob sie vielleicht nur deshalb, weil sie nicht verstehen, was sie verstehen, nicht verstehen, was sie nicht verstehen.”
Nun die Quizfrage: An wen erinnert diese schöne Textpassage aus dem Jahr 1987?
Richtig! An Donald Rumsfeld. Er zitierte diese wunderbare Kommunikation über die Nicht-Kommunikation in einer seiner viel gelobten Reden. Ein Beweis mehr für die These, dass der falsche Mann gegangen wurde.

“Berichte über Ereignisse, die nicht eingetreten sind, interessieren mich immer. Wie wir wissen, gibt es bekanntes Wissen und Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Wie wir auch wissen, gibt es bekanntes Unwissen. Soll heißen: Wir wissen, es gibt Dinge, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch Unwissen, von dem wir nichts wissen. Die Dinge, die wir nicht wissen - wir wissen sie nicht.”

Ironie und Erkenntnis

Es gibt nur zwei Dinge, in denen ich wirklich gut bin:
1. An mir selbst zweifeln.
2. Dinge Schwarz-Weiß sehen.

Geschäftsideen II

Der Anhang-Checker. Ein kleines Tool, das von Jojo programmiert wird (auch als Strafe, weil er als Informatiker den Anhang immer wieder vergisst.) Entweder es funktioniert so: Es wird als immer auftauchende Frage (”Haben sie auch keinen Anhang vergessen?”) vor das Abschicken geschaltet.
Oder es funktioniert so: Es durchsucht die Mail nach Schlüsselwörtern (wie “anbei”, “hier”, “Anhang”, “Datei”, “Dokument”, “übersenden”, “angeforderte” oder “gewünschte”) und stellt dann diese Frage. Meine Vermutung: Das fände reißenden Absatz.

Geschäftsideen I

Die Leute könnten doch auch mal bunte Zigaretten rauchen. Wenigstens im November. Immer dieses Einheitsweiß.
Wie wärs mit einer schönen roten Zigarette um zu symbolisieren “Ich bin auf Liebe aus…” oder einer blauen Friedenszigarette nach einem Streit. Schwarz für Sarkasten und Ärzte. Gestreift, kariert, mit Kuhmuster – alles wäre möglich. Es gäbe die siebziger Jahre-Zigarette im psychedelischen Stil, für Künstler Zigaretten mit Bildern von Kandinsky, Miro oder Picasso, für Dirigenten mit den Noten eines Requiems.
Später irgendwann gäbe es die Zigarette zum Selbstbedrucken, dann die ersten Drucker, die einen Zigaretteneinzug haben. Man verschenkt selbst gestaltete Zigaretten. Und die allerletzte Zigarette im Krankenhaus könnte dann mit einem schönen Spruch versehen werden: “Ich vergebe euch” oder auch “See you in hell!”
Schöne neue Welt.

Wie erzeuge ich politische Zwickmühlen. Ein Grundkurs mit Jürgen Rüttgers

Der Kampf um die Rentner ist eingeläutet. Der Ober-Opportunist Jürgen Rüttgers hat ihn mit seinem Vorschlag eröffnet, die Kürzungen der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zurückzunehmen.
Interessanterweise ist darüber kein Streit in der Sache entbrannt, sondern ein Meta-Streit über die Parteigrenzen: Rüttgers dürfe diesen Vorschlag nicht machen, da es ein originärer SPD-Vorschlag sei, Rüttgers versuche nur die SPD links zu überholen. Vermutlich versucht Rüttgers nur in einer Situation, in der mehr Geld da ist, das Geld mit möglichst großem Imagegewinn zu verteilen und zugleich dem Koalitionspartner als unsozial abzukanzeln. Für ihn hat dieser Vorschlag nur Vorteile: Entweder er wird umgesetzt (er ist der Held) oder er wird hauptsächlich von der SPD abgelehnt und schadet damit der SPD selbst (er ist der Held).
Da merkt man die Macht des Diskurses: Wenn solch ein Vorschlag von einer wichtigen Person erst einmal gemacht wird, lässt er sich nicht so leicht wieder aus dem Diskurs nehmen. Insbesondere ein Vorschlag, der eine Wohltat für viele Bürger verspricht. Wieso sollte man das ablehnen, wieso sollte die SPD das ablehnen? Sie kann es nicht ablehnen. Jedenfalls nicht in der Sache und nicht ohne Schaden für ihr Image als soziale Partei. Deshalb musste sich Franz Müntefering auf die Meta-Ebene begeben und den Wütenden mimen, der sich ob der Schauspielerei, der Wendehalsigkeit des Jürgen Rüttgers ereifert.
Zu recht. Denn Jürgen Rüttgers würde bei schlechterer Kassenlage sofort wieder auf Zwangsmaßnahmen für Arbeitslose drängen. Kurt Beck fasste es schön zusammen: „Ich bin immer skeptisch, wenn aus einem Saulus ein Paulus wird.“ Das gibt es nämlich nur in der Bibel.
NACHTRAG: Erst heute habe ich von den politischen Konstellationen in NRW erfahren. Der Wahlsieg der CDU und damit Rüttgers Sieg war sehr stark der rot-grünen Bundespolitik zu verdanken. Das Land ist aber weiterhin wenn nicht in roter, so doch in sozialliberaler Hand. Und nun ist der schwarze Rüttgers dort Ministerpräsident. Er versucht also mit diesen sozialen Diskurs-Versatzstücken auch seine eigene Klientel wieder zu beruhigen. Seine Umfragewerte sollen landesintern schon gefallen sein. Nun steigen sie wieder. Wie schön.

PennerVZ

Ab heute ist es eröffnet: Das PennerVZ.
Es ist so schön, auch mal wieder eine Satire zu haben, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt, die die Grenze des Politisch-Korrekten bewusst überschreitet.

Sex und Scheiße. Das Theater von Heute.

Ein sehr interessanter Text in der Süddeutschen über das heutige Theater. Ich wusste nicht, dass das Jenaer Theater nur ein Spiegelbild der Gesamttheaterentwicklung ist. Ich dachte immer, irgendwo anders wird es schon noch echtes Theater geben: Mit Gefühl und Wirkung, beeindruckend und schonungslos nur im Schauspiel. Aber das ist eine Illusion.
Der schwitzende, nackte Körper soll dem Zuschauer beweisen, dass ihm hier nichts “vorgemacht” wird wie im bösen Hollywood-Kino, das uns alle verführt und verdirbt. In der Gastronomie gibt es einen Fachbegriff dafür: Front-Cooking. Wenn die Köche in der offenen Küche wirbeln, ist ihre Performance nicht nur Ausdruck eines erweiterten Begriffs von Bewirtung, sondern sie suggeriert, dass Mikrowelle und Gammelfleisch keine Chance haben. So ist es auch im Theater. Man meint, dem Schauspieler beim ökologisch korrekten Verfertigen seiner Figur zuschauen zu dürfen. Wer hier Zeuge sein will, darf nicht wegschauen bei den menschlichsten und unmenschlichsten Verrichtungen: Gerade diese Momente verleihen dem Theaterabend die Patina von Authentizität. Stuhlgang und Blutsturz - sie sind so etwas wie der kunstvoll gebohrte Wurmstich, der das fabrikneue Stilmöbel echt antik aussehen lässt.
Doch die Erklärung für diese Spiel-Unlust, diese Spiel-Angst kann der Text nicht liefern. Es ist in meinen Augen abstrus, diese Entwicklung auf die Angst vor der Manipulierbarkeit des Menschen zurückzuführen und zu vermuten, dass die aktuelle Entwicklung noch immer dem “Mann mit dem gestutzten Oberlippenbart” geschuldet sei. Das klingt wie eine kunstvolle Ausrede. Auch wenn er die Krise des Theaters nicht begründen kann, ist der Text doch eine fundierte Zustandsbeschreibung.
Warum müssen Klassiker immer noch “gegen den Strich” gelesen werden, da man deren Kenntnis doch ohnehin kaum noch voraussetzen kann? Und was soll das heißen, Stücke zu “entstauben”? Hat es Anton Tschechow nötig, von einem geistig zwölfjährigen Regisseur belehrt zu werden, der nichts gelernt und nichts gelesen hat? Müssen wir dabei sein, wenn graumähnige Intendanten wieder zu Jünglingen werden, wenn ihre “Fohlen” in der Theater-Lounge “Romeo und Julia” “housig” rüberkommen lassen. Und was trat eigentlich an die Stelle dessen, was aufgegeben wurde, als man das Geschichtenerzählen denen überließ, die sich verkaufen müssen?
Ganz einfach: Es trat an diese Stelle das Merken und Meinen, das Bescheidwissen, das Schlagwortkennen, der Hype und das Checkertum. Das Multitasking und die Verlängerung der “Skills”, die das Erwerbsleben bestimmen, in den Feierabend hinein. Ist Selbstvergewisserung so viel besser als ein bisschen Fremdheit und Ambivalenz? Als Figurenentwicklung und dramatisches Leben? Warum muss die Phantasie des Zuschauers permanent entmündigt werden durch die fixen Ideen der Regie?

Kundenverhältnisse: Post, Bahn, Telekom

Es ist schon merkwürdig, warum die staatseigenenen Unternehmen so verschiedene Images haben: Post, Telekom, Bahn. Es liegt vermutlich am Verhältnis zu den Kunden. Es ist etwas anderes in eine Postfiliale zu gehen, als zur Telekom oder zur Bahn.
In der Post (zumindest in Jena) wird mir immer das Gefühl gegeben, die Mitarbeiterin steht auf meiner Seite: Sie versucht, den möglichst geringsten Tarif für mein Paket oder meine Warensendung zu ermitteln. Und das größte Plus der Post: Sie ist unglaublich schnell. Dafür zahle ich auch gerne. Das ist bei Bahn und Telekom anders.
Bei der Bahn fühle ich mich immer latent betrogen. Zum einen sind die Angestellten oft nicht sehr kompetent, eine Recherche im Internet offenbart meist andere billigere Möglichkeiten, zum anderen ist die Bahn einfach zu teuer. Sie fährt folgende Strategie: “Wenn die Nachfrage sinkt, erhöhe den Preis, denn es ist ein kostbares Gut, das du verkaufst.” Anstatt: “Wenn die Nachfrage sinkt, senke den Preis, um mehr Menschen dafür zu interessieren, denn es ist ein allgemeines Gut, das du verkaufst.” Die Bahn hat ja noch ihr Monopol, da muss sie die Strategie nicht ändern.
Bei der Telekom verlieren sich die Mitarbeiter im Wust ihrer eigenen Regelungen. Zudem steht hinter ihnen eine undurchsichtige bürokratische Riesenmaschinerie, die sich oft auch gegen die regionalen Mitarbeiter stellt. Viele der Regelungen sind so antiquiert, so kundenfeindlich, so viele Gebühren stammen noch aus der konkurrenzlosen Zeit als Monopol-Riese. Bei der Telekom wird man nach dem Motto bedient: “Ich kann ihnen auch nur erklären, was unsere Regeln sind.” Anstatt: “Die Regeln sind nicht sakrosankt, wir können hier mal eine Ausnahme machen.” Um diese Sicherheit im Umgang mit Kunden, mit dem eigenen System zu erlernen, bleibt den Beratern meist keine Zeit. Es gibt kein Unternehmen, bei dem ich mehr Fluktuation gesehen habe: Jeden Woche steht dort einer neuer Schnösel. Alle “Kann-man-nicht-einfach”-Fragen sind umsonst. Die Telekom lebt von der Negation der Möglichkeit eines Kunden-Services. Es gibt nur das bestehende System.
Diese verschiedenen Verhältnisse können kaum am mangelnden Wettbewerb liegen. Die Post hat ja auch ein Quasi-Monopol wie die Bahn. Die Telekom hat bereits echte Konkurrenz und wird sich nun umstrukturieren. Möglicherweise steht es dann ja irgendwann 2 zu 1 für die Kundenfreundlichkeit. Die Bahn wird allerdings noch lange von den Kunden wegfahren.

Nah(rungs)aufnahme

Ich habe in diesem Blog immer versucht, die kleinen Momente des Lebens festzuhalten, die entweder im Skurrilen oder auch im Symbolischen den Kern einer Sache, eines Verhaltens treffen. In letzter Zeit sammelte ich dies eher im Stillen. Heute allerdings gab es wieder einen schönen Moment. Er symbolisiert mein Verhältnis zur Nahrung, respektive zum Essen.
Beim Bäcker: Ich kaufe ein belegtes Brötchen. Die Verkäuferin fragt mich: “Zum sofort essen oder zum mitnehmen?” Unbewusst schaue ich auf meine Uhr, um diese Entscheidung zu treffen. Die Verkäuferin lacht. Zu recht.
Die Entscheidung wäre entweder eine Frage von Planung (Ich esse es dann und dann!) oder aber von purem Bauchgefühl (Ich habe jetzt Hunger!). Für mich war es aber so, als würde ich suchen, ob das Essen in meinen inneren Nahrungsplan passt. Ich glaube viele Menschen, insbesondere Männer und Ältere, haben genau diese Einstellung zum Essen – es ist bloße Nahrungsaufnahme. Ein Akt des Pragmatismus.

Letters to Bobs

Es war so klar. Bei den Besten Blogs musste natürlich wieder ein politisches Zeichen gesetzt werden. Bei der Fotografie ist es sehr ähnlich: Prämiert werden immer die Fotos von Menschen, die einfach dorthin fuhren, wo die Motive nur so sprudelten. Das Fremde, das unbekannte, da muss man nur draufhalten, egal wie gut man ist. Aber hier in Deutschland auch nur annähernd dasselbe zu leisten, ist grenzenlos schwerer. Den Alltag hier einzufangen und zu verarbeiten, das wäre doch mal eine Aufgabe. Das gilt genauso für die geschriebenen Blogs: Der Blog “Letters from Rungholt” ist verständlich geschrieben, besitzt kaum Kreativität, es sind Alltagsbeschreibungen, wie es sie in Deutschland zuhauf gibt (und wie sie hier niemand lesen würde). Aber er kommt aus Israel, das macht ihn bedeutsam. Mehr nicht. Damit konnte die Jury das politische Statement setzen, dass sich Hobby-Journalismus in Krisenregionen lohnt, aber nicht verdeutlichen, was denn das beste Weblog Deutschlands sei.

Alte Geschichten (IV)

In meinem Kopf fand ich ein zerknülltes Papier. Vorsichtig berührte ich es und spürte ein Wort in mir aufsteigen. Schnell entfaltete ich es, versuchte es zu glätten. Als es widerstand, nahm ich meine Feder und füllte es Zeile um Zeile. Und als es voll war, schrieb ich es in die Höhe und schuf mir daraus ein Schloß, einen Sitz für mein Wort. Vorsichtig berührte ich es – es schwieg.

Zitat IX

„Die schönsten Zukunftsvisionen zeigt man den Menschen durch ein Loch in ihrem Gedächtnis.“
Gabriel Laub

Kurzzeitige Abkündigung

Man braucht zu allem, was man schreiben will, ein Verhältnis. Man muss wissen oder zumindest ahnen, wie man dazu steht. Beim Artikel-Schreiben ist es beispielsweise eine Frage der Über- oder Unterordnung: Kann man mit dem Thema spielen oder spielt das Thema mit einem? Erst, wenn man das weiß, kann man einen guten Artikel schreiben.
Momentan fehlt mir dieses Verhältnis zu den Themen, die ich in meinem Blog schreiben könnte. Ich kann nicht sagen, ob das was ich schreibe, für mich selbst irgendeine Relevanz hat und was es mir bedeutet, geschweige denn, was es anderen bedeuten könnte. Es wird wohl eine Zeit dauern, bis ich dieses instabile Verhältnis wieder absichern kann.

Alte Geschichten (III)

Er wühlte lange in seinem Herzen und fand, was er dachte: Ein Bild von ihr.
Er sah in den Spiegel und sich in die Augen: Ein Bild entstand.
Vorsichtig nahm er beide, hielt sie übereinander, in die Sonne, in den Schatten:
Die Sonne schien hindurch, der Schatten auch.
Grau wurde es in seinen Augen.

Best of Klickr

Ich verstehe nicht, warum sich Best of Blogs so extrem diskreditiert, indem sie Mehrfachabstimmungen zulassen. Ich habe jetzt zweimal für Textspeier gestimmt und einmal für Beetlebum. Was soll denn da abgestimmt werden? Wer die ausdauerndsten Klickr-Freunde hat?
Und: Warum steht Lisa Neun dort? Ich versteh’s nicht. Es ist nicht lustig und auch nicht schön gezeichnet.

Borat – Jenseits des Hypes

“Borat” ist nicht so gut, wie er geschrieben wurde. Der Film krankt schwer an seiner Machart. Zu viele Kameraeinstellungen offenbaren, dass das alles nur gestellt und gespielt ist. Und da es nur gestellt ist, zeigt es einfach nur, wie Sascha Baron Cohen (Borat) Amerika sieht und nicht, wie Amerika sich selbst sieht. Der Film gaukelt vor ein Spiegel zu sein, ist aber nur ein grob gezeichnetes Bild. Das verdirbt teilweise die gut gesetzten Pointen.