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Klingsors Letzter

Archive for Oktober, 2006

Alte Geschichten (II)

In Ermangelung von Schreibkapazitäten werde ich nun hier in loser Folge alte Geschichten von mir posten. Ich schrieb sie zwischen 18 und 22 – man darf also nicht so viel erwarten. Ich werde auch einige posten, die ich selbst kaum mehr verstehe und die mir selbst fremd erscheinen. Dann ahne ich irgendwie, wie ich wohl damals gewesen sein muss. Und ich habe wieder ein gutes Bloggefühl.
I
Das Meer war weit und ruhig. Er ruderte, sie hatte die Karte.
Sie waren schon lange unterwegs und Durst trieb sie voran.
„Hier muß es sein!“
Der Mann legte die Ruder beiseite und holte zwei Champagnergläser hervor.
Beide schöpften sie Wasser. Feierlich stießen sie an.
Beide würgten sie das Glas leer und sahen sich an.
Wasser lief über ihre Wangen. Sie küssten sich und
tranken die süßen Tränen.

Telefonieren in China

Was ist das? Warum können manche Menschen einfach nicht klar sagen, was sie wollen und was nicht? Sind wir in China?
Ich rufe bei einem Anwalt an, um für einen Artikel zu recherchieren. Beim ersten Mal sagt die Sekretärin, er telefoniere gerade ich solle später noch einmal anrufen. Beim zweiten Mal, fragt sie, was mein Anliegen sei. Ich erläutere es. Sie sagt, sie werde ihn fragen. Das macht sie. Ich bleibe in der Leitung. Sie meldet sich wieder und – welch Wunder – er telefoniert gerade. Aber er würde mich zurückrufen. Darauf will ich mich nicht einlassen. Ich rufe nochmal an. Beim dritten Mal … telefoniert er wieder. Beim vierten Mal auch. Sie fragt nach meiner Nummer und sagt, er rufe mich zurück. Und dann passiert es, ganz am Ende ihrer Verabschiedung kommt ihre wahre Meinung durch: Sie verabschiedet sich in einem Ton, der zugleich ihre Indifferenz und auch ihre Verabscheuung mir gegenüber ausdrückt. Es ist ein professioneller Ton, der mir sagt: “Er wird sich nie melden, wie können sie nur daran glauben, sie armer Trottel.”
Warum also sagt diese Frau nicht einfach: “Er interessiert sich nicht für ihr Anliegen. Er kann ihnen nicht helfen. Er will ihnen auch nicht helfen.” Warum soll ich dort immer wieder anrufen? Warum kann sie mir und ihr durch Klarheit nicht eine Menge Zeit sparen? Warum dieses Versteckspiel?
Das Gleiche bei einem anderen Interviewpartner: Dessen Büroleiter speist mich immer wieder ab, indem er sagt, die Sekretärin würde mich anrufen. Wozu diese Lüge? Sie ruft natürlich nicht an. Dabei hat sein Chef schon zugesagt, das Interview zu machen. Was ist das für ein Höflichkeitsgedusel, soll ich da eingewickelt werden, bis ich mich irgendwann nicht mehr melde?

Manchmal, die Leichtigkeit

Ich habe nie gewagt über Angst zu schreiben. Und doch passierte es, dass ich von einer vormals “reichlich rohen Person” gespiegelt wurde. Sie schrieb eine sehr schöne Antwort auf meine früheren Gedanken.

Die Schwere der Leichtigkeit
Grundlegend festgehalten, ist Angst ein sehr natürlicher Schutzmechanismus, der uns Menschen vor lebensgefährlichen Situationen und Reaktionen schützt. Wir leben heute in einer Zeit, in der wir nicht mehr großen Gefährdungen ausgesetzt sind, außer uns selbst. Die Gefahr kommt von anderen Menschen und von uns selbst. Wie vieles in der Evolution und der Gesellschaft, hat sich auch die Angst emanzipiert. Warum aufschreien, wenn das ICH Hunger hat – der nächste Supermarkt ist nicht weit. Warum aufschreien, wenn ICH auf der Straße Fremden begegnet – sie sind in der Regel auch satt. Warum aufschreien, wenn ICH einen Schmerz verspürt – die Medizin heilt alles. Warum aufschreien, wenn ICH ins Dunkel geht – mittlerweile sind selbst Wälder beleuchtet. Die Angst lief Gefahr arbeitslos zu werden.
Es ist nun nicht mehr die Angst vor Hunger, Schmerz oder den Gefahren der Dunkelheit. Es ist die Einsamkeit unter Menschen, es ist der Druck, unauffällig aber doch mit gestärktem Kreuz in der Masse mit zu schwimmen, es sind die eigenen Erwartungen an sich selbst, die doch nur von Anderen suggeriert werden. Aber nicht genug dem Kampf um soziale Akzeptanz, Integrität oder Distanz. Die Angst ist kreativ geworden. Wenn ICH einmal im Wust der Ansprüche schwimmt, so trägt ein Telefonat, der Kauf eines Croissant, ein trauriges Gesicht eines Freundes, das Ausbleiben eines anerkennenden Lächelns, das morgendliche Anheben der Bettdecke, viele kleine, eigentlich liebliche Dinge, die leidliche Schwere des ganzen Lebens. Die mühsam konstruierte Hülle um ICH, ist zerbrechlich wie ein Eiskristall unter der Sohle eines blinden Sehenden. Es genügt die Bewegung nur eines Gemütes, nur einer anderen Seele, die konzentriert den eigenen Kristall trägt, um ICH zu entblößen. Der bloße Gedanke an die Nähe eines Anderen, der bloße Gedanke an die eigene Enthüllung, der bloße Gedanke, der eigenen Seele das Leben zu zeigen, offenbart die Meisterkreation der Angst. Man spricht von der Angst vor der Angst.
Ich behaupte, es ist die Angst vor dem ICH. Die Angst, sich selbst zu sehen und nach den ureigenen Regeln zu existieren, sich selbst zu fühlen und mit sich selbst in Ehrfurcht und Vertrauen und Ehrlichkeit umzugehen. Wir nehmen uns viel Zeit, über uns selbst nach zu denken. Darüber haben wir leider vergessen, in uns rein zu fühlen, gut mit uns zu sein. Würden wir unser ICH fühlen können, würde ein alter Spruch seine Wahrheit verlieren: man müsse da hin, wo die Angst sitzt. Lebt man sein Leben mit sich, ist man nie alleine, da man das Herz für andere öffnen kann. Man steht zu dem was man denkt, was man tut, was man fühlt. Die Angst, die zurück bleibt, ist wieder die Angst vor Dingen, vor denen man auch weg laufen sollte, da sie warnen. Es ist nicht mehr schwierig auf Türme zu steigen, da es keine Höhenangst mehr gibt. Die Angst ist schlicht die Herausforderung neues Leben zu entdecken, das Leben, das täglich vor unserer Tür ist und nur darauf wartet, entdeckt zu werden.
Nicht das Schwere ist das Gute, es ist die Leichtigkeit, die uns fliegen lässt. Denn es ist viel schwerer in Leichtigkeit zu leben. Es fordert Rückrat, es fordert Rücksicht, es fordert Seele. Höchstes Ziel im Leben sollte daher sein, die Dinge zu vereinfachen. Es gibt Menschen, die Worte, die einfach und floskelhaft gehalten sind, als unbedeutend abtun, zumindest aber abtun. Ist es etwa die Angst, es könnte so einfach sein, und all die Zeit der Hinterfragung vergeudet? Es gibt auch Menschen, die neugierig genug sind heraus zu finden, wie es sich für sie mit der Leichtigkeit und der Schwere verhält. Für die gibt es einfache Wege es heraus zu finden. Aller Anfang ist, die Fähigkeit zu entstauben, anderes Leben zu erfahren. Wer es schafft, einen Baum beispielsweise zu erkennen und verstehen, hat auch ein Stück sich selbst gefunden. Wie das geht? Es ist ganz einfach. Man braucht nur Geduld … Mut … und ein lauschendes Herz …

Münzen

Kaum veröffentlicht Gerhard Schröder seine “Entscheidungen”, stehen bei mir ebendiese an. Zwei meiner Lieblingsblogs wurden unter die zehn besten Blogs bei den Blog-Awards gew?hlt: Beetlebum und Textspeier. Den zweiten habe ich sogar vorgeschlagen. Mein Werbetext wurde auch übernommen. Allerdings, und das ist irgendwie unklar, wurden alle Texte in Englisch übersetzt. Wozu das? Wer deutsche Blogs bewerten soll, sollte die Blogs auch auf deutsch lesen können. Beide müssen allerdings gegen das vom Spiegel hochgehypte Ehrensenf antreten.
Um meine Zerrissenheit zu verdeutlichen, hier ein Cartoon von meiner frühen Lieblingsseite “Nicht-Lustig”.

eisdiele

Der mediale Mülleimer

Ich muss an dieser Stelle mal meine Lieblings-Medientheorie vorstellen. Auch, weil ich mich gerade so fühle. Es ist die Mülleimer-Theorie. Sie soll eigentlich beschreiben wie Organisationen Entscheidungen treffen und basiert auf der Erfahrung, dass diese nicht rational entscheiden.
Auf die Medien angewendet bedeutet das in etwa dies: Man werfe Politiker, Medien, Publikum, Themen und Realität in eine Mülltonne. Packe einen Deckel drauf und schüttle das Ganze gut durch. Medienwirkung und Medienaufmerksamkeit kommt nun genau dann zustande, wenn zwei oder drei dieser Utensilien sich wie Puzzleteile ineinander fügen.
Wenn also ein Thema, was noch nicht auf der Agenda behandelt wurde, auf einen Politiker trifft, der gerade auch Aufmerksamkeit sucht und es ans Licht der Öffentlichkeit zerrt. Das wäre möglich. Dummerweise könnte es aber zu diesem Zeitpunkt auch gerade andere sog. Killerthemen in den Medien geben, die die Aufmerksamkeit, die ihm zu einem anderen Zeitpunkt zuteil geworden wäre, wieder vereiteln. Oder aber andere Zeitungen nehmen das Thema nicht auf. Dann stirbt es wieder. Der ganze Prozess ist – nach dieser Theorie – kaum vorhersagbar. Wenn es so wäre, dann wären wohl aber ganze PR-Abteilungen überflüssig. Es gibt sicherlich Möglichkeiten der Themensetzung ohne erst den Mülleimer durchlaufen zu müssen.

Meta

Mein Blog verkommt gerade immer mehr zu einer Nachrichten-Station. Ich kündige Themen schon an wie Moden. Seufz. Das ist leider nur Ablenkung für mich, von allem, was ich eigentlich machen müsste. Je weniger hier steht, desto mehr arbeite ich.

Was macht eigentlich … die Vogelgrippe?

Vogelgrippe wird im Herbst wieder ein Thema werden. Unter Wildvögeln, bei denen sie hauptsächlich auftritt, scheint sie noch immer verbreitet. Im Sommer gab es einen Fall von H5N1 bei einem Wildvogel in Spanien und bei einem Schwan in Deutschland. Das Ansteckungsrisiko für Zuchtgeflügel wird vom zuständigen Frierich-Löffler-Institut weiterhin als hoch eingeschätzt. Zum einen könne der Virus bei niedrigeren Temperaturen länger überdauern, zum anderen wisse man wenig über die aktuelle Situation der Wildvögel.

Auf einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen dem Rückgang bzw. dem Ausbleiben von HPAIV H5N1-Nachweisen und den geringeren Stichprobenzahlen wurde bereits hingewiesen. (FLI)

In Norddeutschland gilt weiterhin, in der Schweiz seit gestern die Stallpflicht für Geflügel. International werden weiterhin Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Aktuell ist der Virus in China ausgebrochen: Dort starben 1000 Hühner, 73000 weitere wurden “aussortiert”. Auf einer Ausbreitungskarte kann man die Fund-Meldungen verfolgen. Ob die Chinesen das Problem nicht allerdings klein- oder schönreden, ist unklar.
Übertragungen auf den Menschen traten auch wieder auf: In Indonesien starben in diesem Monat drei Menschen an der Vogelgrippe, insgesamt gab es dort schon 72, davon 55 tödliche Fälle. In ?gypten erkrankte in diesem Monat eine Frau an Vogelgrippe, dort gab es bis Mai 15 Infektionsfälle, von denen 6 tödlich endeten.

Kauderwelsch

Eine andere Theorie widmet sich den in den Medien Zitierten. Auf den ersten Blick leuchtet es ein, dass Medien sich “opportune Zeugen” suchen, die ihre bereits vorhandene Meinung politisch oder wissenschaftlich adeln. Dabei suchen sich die Medien aber – laut Lutz M. Hagen – feste Sprecher aus und nicht, was ebenfalls möglich wäre, von Thema zu Thema verschiedene Sprecher, die eben jene medial erwünschten Argumente vertreten. Ein fester Sprecher bedeutet, dass ihm auf einem Feld Aussagekompetenz zugeschrieben wird, die dann auch auf andere Bereich übertragen werden kann. Er geht in den Sprecherfundus über. Je höher natürlich der politische Einfluss, desto höher auch die erwartbare Aussagekompetenz (Horst Köhler ist eine Ausnahme.)
So geht es auch Unionsfraktionschef Volker Kauder. Er ist im Medien-Sprecherensemble gelandet und wird besonders auch bei sozialen Fragen gefragt. Leider ist er nicht immer ganz konsistent, was die Theorie ein wenig ad absurdum führt. Glücklicherweise erinnert sich ja niemand an früher.
Gestern sagte er der Tagesschau, dass man etwas für Langzeitarbeitslose tun müsse, “damit die Kinder in deren Familien positive Vorbilder bekämen.” Wie schön. Was genau man tun müsse, hat er früher schon beschrieben Hier etwa: “Die Notwendigkeit, den einen Euro zu zahlen, sehe ich nicht in jedem Fall”, sagte Kauder.” Oder aus einem Bericht einer Arbeitsgruppe, die er leitete: “Autos, deren Wert diese Grenze übersteigt, wären dann als Vermögen anzurechnen, das der Arbeitslose verwerten, also verkaufen muss.” Oder: Statt “sinnlos herumgammeln”, sollten alle Arbeitslosen eine Gegenleistung erbringen, fordert Unionsfraktionschef Kauder. Selbst erwerbslose Manager könnten einfachste Jobs erledigen. Spargelstechen zum Beispiel.

Willkommen im Club. Die CIA lädt ein

Es ist immer eine Frage der verfügbaren Informationen, wie man eine Nachricht wertet. Nun soll es bestätigt sein: Nordkorea hat eine Atombombe gezündet. Das sagt die CIA. Aber kann die CIA wirklich irgendetwas bestätigen?
Zuvor wurde öffentlich bereits in Frage gestellt, ob es wirklich eine Atombombe war, da die Sprengkraft so gering gewesen sei. Die CIA sagt nun es handle sich um eine Atombombe mit einer Sprengkraft von 1 Kilotonne. In den Medien wird dies nun lediglich mit Hiroshima verglichen (13 Kilotonnen). Dass allerdings eine kleine Atombombe (sog. Mini-Nuke) weitaus schwerer zu bauen und technisch viel anspruchsvoller als eine große (mehr als 5 Kiltotonnen) ist, wird nicht mehr erwähnt. Ob Nordkorea dazu in der Lage ist, ist fraglich. Selbst die USA forschen erst noch an solchen Waffen. Entweder war die Atombombe also sehr klein (und damit sehr unwahrscheinlich) oder aber sie wurde unterirdisch gezündet und könnte damit größer gewesen sein (bis zu 5 Kilotonnen).
Im zweiten Falle können aber die gemessenen Daten der CIA nicht stimmen oder die CIA hatte großes Glück. Bestätigt wurde der Atomtest nämlich durch ein US-Flugzeug, das zwei Tage nach dem Test Radioaktivität in Luftproben gefunden haben soll. In der Süddeutschen konnte man dazu lesen:
“Ob Edelgas aus Pjöngjangs Waffentest je gefunden wird, hängt nun von Wetter und Geologie ab. Vom Wetter, weil der Wind die Gase in Gegenden treiben könnte, wo es noch keine Messeinrichtungen gibt. Und von der Geologie, weil der Boden die Edelgase möglicherweise nicht so schnell freigibt. Denn der unterirdische Test hatte vergleichsweise kleine Sprengkraft. Damit wurde, wenn es denn ein Atomtest war, auch nur eine kleine Menge von Gasen frei. Ob und wann diese an die Oberfläche treten, ist unklar. Mit aussagekräftigen Messungen sei günstigstenfalls in 14 Tagen zu rechnen, “womöglich wird man es nie feststellen können”, sagte Henger.” Das Eintrittsticket in den internationalen Atomclub habe Korea jedenfalls noch nicht gelöst, sagte er: “Ich vermute, es wird demnächst einen zweiten Versuch geben.”
Die CIA schafft allerdings Fakten mit ihrer bestätigenden Aussage und hievt Nordkorea in den Club der Atommächte. Das ist nicht ganz uneigennützig, da man nur dann die geballte Macht der Empörung für eine Resolution nutzen kann, wenn es ein eindeutiges Ereignis gab. Auf Wissenschaftler warten kann man da nicht.

Armut in Phase II

Aus aktuellem Anlass mal ein wenig Medientheorie: Hier nun die Theorie des “Issue Attention Cycle” von Anthony Downs.

Downs unterscheidet die Behandlung von öffentlichen Streitfragen in fünf verschiedene Stadien. Die meisten sind recht einleuchtend, aber die 2. und 3. sind interessant:
1. Pre-Problem-Stage: Das Problem ist nur Experten bekannt und meist sogar noch schlimmer, als zu dem Zeitpunkt zu dem es mediale Aufmerksamkeit erhält. (Hier stellt sich die Frage des Zusammenhangs von Medien und Realität.)
2. Alarmierende Entdeckung und Euphorischer Enthusiasmus: Die Medien werden aufmerksam und problematisieren in der ihnen eigenen Art. Zugleich überbewerten sie in ihrer Euphorie die gesellschaftliche Lösungsfähigkeit.
3. Gewahrwerden der Kosten für einen wirklichen Fortschritt: Die Medien (und damit auch die Bevölkerung) erkennen, dass das Problem nicht innerhalb ihres kurzfristigen Aufmerksamkeitshorizonts gelöst werden kann. Bei Umweltfragen (Downs eigentliches Thema) stellen die Medien zusätzlich fest, dass Teile des Problems aus Zuständen resultieren, von denen Millionen von Menschen profitieren. Zum Beispiel bei Feinstaub (Mobilität) oder Gammelfelisch (billiges Fleisch).
4. Stufenweise Verringerung des Interesses: Wenn sie die Kosten zur Lösung realisieren, fühlen sich die Menschen entweder entmutigt, bedroht oder gelangweilt. Die mediale Aufmerksamkeit wird geringer.
5. Post-Problem-Stage: Die meisten Themen erreichen dieses Stadium gar nicht. Die Berichterstattung stirbt eher ab, als dass sie langsam ausläuft. Aber es gibt immerhin ein verändertes Verhältnis zu dem Thema in der Bevölkerung.

Wenn eine Streitfrage Stufe 4 erreicht, befindet sich meist bereits ein anderes Thema im Übergang zu Stufe 2, also kurz vor der Aufregungsphase. Die Wirksamkeit des Zyklus’ muss natürlich nach Themen differenziert werden. Er gilt besonders für neue Themen, die keine Vorgeschichte mitbringen. Bei alten Themen werden einfach die alten Deutungen und Routinen aktualisiert. Aber dazu später mehr.
Ob sich aus diesem Zyklus politische Konsequenzen ergeben, ist fraglich. In nahezu jeder Streitfrage müssen natürlich Schuldige und Maßnahmen benannt werden, aber diese Aussagen finden fast nur auf der Ebene der symbolischen Agenda der Politiker statt und landen nicht auf deren Handlungsagenda. (Unterscheidung nach Cobb und Elder) Nach einer Wahl – wie der brandenburgischen – gegen Rechtsextremismus zu sprechen ist nur symbolisch, jede wirkliche Handlungsinitiative wäre für Politiker zu zeit- und ksotenintensiv. Es gibt auch zu viele, zu komplexe Themen, zu denen Politiker handeln müssten. Da ist Äußern einfacher. Und so schließen sie mit ihrem (medialen) Verhalten auch den oben skizzierten Issue-Attention-Cycle.

Endlich, keine Gala

Für alle Leute, die sich gewundert haben, warum es so ruhig in diesem Blog geworden ist, und für alle, die sich nicht gewundert haben und es eigentlich recht schön fanden endlich mal einen Blog zu haben, der in dieser schnelllebigen Zeit nicht ständig “geupdated” wird, hier die Erklärung: Ich plane seit Wochen an meiner Geburtstagsfeier.
Nachdem ich im letzten Jahr sehr lange über den Ort der Veranstaltung gegrübelt hatte und dann – in einem Anfall von Hellseherei – alle Gäste ins Arbeitsamt einladen wollte, was aber durch meine Unfähigkeit zu lügen in dem Moment aufflog, als mich die Beamtin wiederholt fragte, von welcher Firma ich denn nun sei und ich, nur um Zeit zu überbrücken, etwas von einem Weiterbildungsseminar faselte und dann dumerweise auch noch eingestand, dass die Veranstaltung abends sein sollte, was ihr dies alles zusätzlich suspekt erscheinen ließ, nachdem ich dort also gescheitert war und auch die Idee eine Sauna zu mieten aufgrund der Frömmigkeit vieler meiner Freunde verworfen hatte, beschloss ich in diesem Jahr mit der ARD in Verhandlungen zu treten. Eine schöne Überraschungsgala wollte ich für mein 6-jähriges Studentenrumdiskutierjubiläum, mein 20-jähriges Brillenputztuchverweigerungsjubiläum oder mein 10-jähriges Computerverzweiflungsjubiläum. Dann wären auch uralte Freunde von früher aufgetreten, beispielsweise Danny, der mir als erster ein Brillenputztuch angeboten hatte, was ich natürlich dankend ablehnte. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Aber ich muss gestehen, die Verhandlungen dafür sind bereits gescheitert: Die ARD wollte Thomas Gottschalk oder Günther Jauch einsetzen. Da musste ich natürlich ablehnen. Frank Elstner wollten sie einfach nicht rausrücken. Schweine! Wofür zahle ich bloß Gebühren?

Zerfleischen

Es gibt Tage, da kaut man auf sich rum, kaut und kaut, um dann doch nicht den eigenen Geschmack zu finden – sondern nur weiteres Zähneknirschen.

Nachtrag zum Leben

So viele Dinge geschehen unkommentiert. Nachtragend kann ich sie kaum fassen.
1. Wieder einmal habe ich die verstörende Macht des Trinkens gesehen. Ich habe sie gesehen in einem Autounfall, bei dem zwei Autos rasend schnell und in Zeitlupe aufeinander zurasen und es klar war, was passieren wird. Es bedürfte nur eines Fingerzeigs, dies abzuwenden. Aber der Finger torkelt, schwankt, ist fast glücklich, dem ganzen nur beizuwohnen. Es ist ein sinnloses Lächeln, das mit all dem, was passieren wird, nicht vereinbar ist.
2. Und eigentlich wollte ich – nach all diesen Abmahnandrohungen – auf das stille Leid eines ehemaligen Chefredakteurs aufmerksam machen, der mehr als ein ganzes Monatsgehalt still und heimlich an einen eiskalten Anwalt abdrücken musste, nur weil eine Meldung seines allerletzten Heftes so gekürzt worden war, dass sie unwahre Behauptungen enthielt, und der sich das Geld nicht von seinem Arbeitgeber zurückholen konnte, weil er zuvor monatelang für gerade diese redaktionelle Unabhängigkeit gekämpft hatte – welch Ironie.

Der Tod der Stadt: Galerien, Center und Mitten

Ich habe ein Faible für Architektur. Oft blicke ich mit den faszinierten Augen eines Laien auf deren kulturgeschichtliche Symbolik. Daher hier der Link zu einem interessanten Artikel in der Süddeutschen zum Hintergrund der Ver-Center-isierung der deutschen Innenstädte.

Der Talent-Tag

Sebastian Reuter hat eine eigene große Fotoausstellung bekommen.
Es sollte einen Tag geben, an dem die hochgerüsteten Fotografen mal ihr Equipment mit den talentierten Fotografen tauschen.
Aber die meisten Talentierten fürchten das Werkzeug, die Auseinandersetzung mit der Technik. Sie fürchten das Tausendfüßerdilemma: Nur laufen zu können, solange sie es unbewusst machen. Jede Frage nach dem “Wie” zerstört ihren natürlichen Rhythmus. Dass Laufen auch harte choreographische Arbeit ist, erkennen sie nicht. Deshalb werden oft eher die durchschnittlich Talentierten berühmt. Was ihnen an Talent fehlt, ersetzt ein Pragmatismus des Könnenwollens.

Folge den drei Punkten …

Früher wurde mir oft vorgeworfen, dass ich meine Sätze nie zu Ende führen würde – es mithin schwer sei meinen Worten zu folgen. Das ist heute immer noch so. Nur weiß ich heute, warum das so ist: Weil ich ein Deutscher bin. Gerade habe ich nämlich diesen schönen Satz gefunden: “Die Dialektik, verstanden als die Fähigkeit, von allem, was man sagt, das Gegenteil gleich mitzudenken, ist ein Erzeugnis der deutschen Universitätsphilosophie.” Nun, was soll ich sagen, so geht es mir. Meine Gedanken, meist Einwände und Einschränkungen, überholen meine Worte. Warum ist es auch möglich schneller zu denken, als zu sprechen? (Eigentlich hätte ich diese Frage auch gleich wieder gelöscht, weil mir so viele Antworten und Einwände schon im Moment des Schreibens eingefallen sind.) Wozu sollte ich also etwas sagen, von ich bereits während ich es ausspreche weiß, dass dessen Gegenteil genauso richtig ist?
Nur beim Humor sind die Einwände langsamer – glücklicherweise.

Diese elendigen Wortsparfüchse

Viele Menschen wissen den Wert der kleinen Wörter nicht zu schätzen. Auch, sonst, ebenso, dann, dafür, damit, aber, nur, sehr, dabei, etc. Sie nennen sie ebenso abschätzig wie unwissend Füllwörter. Dabei sind es gerade diese Wörter, die einem Text Kohärenz und Fluss geben. Alles andere wird abgehacktes und kastriertes Legodeutsch. Das kann man bewusst als Stilmittel einsetzen, aber nicht in einem auf Verständlichkeit und Zusammenhang zielenden Text.

Preisverleihung

Und der Gewinner des Preises “Wie gestalte ich ein Programm möglichst unverständlich und entnervend” ist … langsam den Briefumschlag öffnend…. kurze Atempause einlegend … Adobe! Mit seinem Programm Indesign CS2.
Bitte kommen sie nach vorne! Trauen sie sich ruhig. Wir sprechen nun mit Bruce Chizen, dem Vorstandschef.
Wie haben sie es geschafft, Indesign so zu gestalten, dass selbst wohlwollende User zweifelnd davor sitzen?
Chizen: Zunächst einmal danke ich allen, die unser Produkt gekauft haben für ihr Vertrauen. Wir werden es auch weiterhin enttäuschen. Außerdem danke ich unseren Entwicklern, die es in wochenlanger Kleinstarbeit geschafft haben, einfache Funktionen wie das Ändern der Textfarbe oder das Vergrößern von Bildern so zu verkomplizieren, dass ich nun hier vor ihnen stehen kann. Danke Jungs! (Lächelt in die Kameras. Winkt.)
Aber wie konnten sie, nachdem sie mit Pagemaker bei unserem Wettbewerb immer so schlecht abgeschnitten haben, nun aus dem Stand diesen Preis absahnen?
Wir haben uns Pagemaker lange angeschaut und uns über dessen Funktionalität geärgert. Wir hatten in einer Studie herausgefunden, dass hauptsächlich Werbefuzzis unsere Applikationen nutzen. Daher haben wir beschlossen, um den betriebswirtschaftlichen Turnaround zu schaffen, uns dieser komplizierten Truppe mit einem komplizierten Programm zu nähern. Und das haben wir nun geschafft. (Lacht breit.)
Was werden sie nun noch machen?
Wir werden erstmal feiern gehen. Dann später werde ich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: In die Zeitungs-Redaktionen zu gehen und Layoutern beim Verzweifeln zuschauen. Da sieht man noch wahre Emotionen. Das ist ja auch etwas, was unser Programm leisten kann. Leider konnten wir in der Kategorie “Emotionalisierendstes Computerprogramm” nicht gegen Microsoft gewinnen.
Geht das Victory-Zeichen machend von der Bühne. Jubel der Entwickler.
Nachtrag: Ich nehme alles zurück. InDesign CS2 ist ein marktführendes, ergonomisches, ausgefeiltes und durchdachtes Meisterstück der Programmierkunst, dass die Kreativität des Layouters nicht nur unterstützt, sondern auch beflügelt.
Bitte funktionier wieder, liebes gutes InDesign! Bitte! Ich blogge nie mehr schlecht über dich. Versprochen!

Fallhöhe

Gestern habe ich den besten Witz meines Lebens gemacht. Falls er in diesem Kontext nicht funktionieren sollte, muss ich erwähnen, dass die Fallhöhe etwa eine halbe Stunde lang im Gespräch zuvor aufgebaut worden war.
Ein Freund erzählte während des Mittagessens von seinen Recherchen in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Komisch sei die darin befindliche Cafeteria, dort gebe es bei den Essenspreisen nur eine Staffelung von Personal (günstig) zu Gästen (teurer). Nachdem ich zunächst geglaubt hatte, dass die Studenten noch davor rangierten und dies sehr ausführlich mit einem Streik in Baden-Württemberg und der dortigen Betriebskantinenunterversorgung (drei Arbeiter auf einem Kantinenstuhl) begründet hatte, sich diese These aber als unhaltbar herausstellte, weil es wirklich nur Personaltarif und Gasttarif gab, mussten wir neue Erklärungen suchen, wieso die armen Studenten hier keinerlei Ermäßigung bekamen und das viel Geld verdienende Personal dermaßen bevorzugt wurde. Diverse Theorien (”die wollen keine Studenten”) und Vergleiche (”das ist wie bei einem Hotel, da darf die Belegschaft auch kostenlos drin schlafen”) kursierten. Bis mir dann, just in dem Moment als ich aufstand, die grandioseste Idee kam. Meine Kniee wurden kurzzeitig schwach, weil sich mein Gehirn so sehr freute, dass es sich kaum aufs Laufen konzentrieren konnte. Aber dann nahm ich meine letzte Kraft im Weggehen zusammen und formulierte in umständlichen Worten, die mein Gehirn eigentlich auch überforderten, den Witz meines Lebens: “Dein Problem lässt sich doch ganz leicht lösen, zeig ihnen doch einfach deinen Personal-Ausweis.”

Der Bote

Manchmal muss man die Wirklichkeit nur machen lassen. Dann geschieht es beispielsweise, dass es um acht Uhr früh an unserer Tür klingelt, ich verschlafen in Unterhose die Tür öffne, nur um einen schnauzbärtigen, leicht skurrilen Mann zu sehen, der in mir sogleich Zeugen-Jehova-Ängste auslöst, da mein Vertreter-Filter – ohne Brille und so früh am Morgen – noch nicht anspringen wollte. Er ist durchnäßt und sieht vermutlich deshalb so halbseiden aus, möglicherweise aber auch wegen der weißen Jacke und dem weißen Pudel, den er an einer Leine führt. Ich bin leicht verwirrt. Dann aber sagt er “Ich habe ein Einschreiben”. Ich bin zwar erleichtert, aber kaum beruhigt. Er kann es auch mir geben, sagt er, und kramt es heraus, öffnet irgendetwas, kramt weiter, der Pudel an der Leine dreht sich um ihn, er findet den Stift, will etwas schreiben, der Pudel schaut mich mit großen schwarzen Augen an, ich zweifle daran, ob ich nicht doch träume. Dann übergibt er mir den Brief, er ist vom Amtsgericht Gera. Und ich wusste endlich: Es war also doch der Teufel.

Mein Kochblog II: Mousse au chocolat

Nachdem es sich hier bereits angedeutet hatte, nun ein ganz basales Rezept für Mousse. Und nur nebenbei bemerkt: Das tolle am Mousse ist, dass beide Teile des Eies sinnvoll genutzt werden. Das ist nicht oft so. Außerdem ist es so leicht zu machen, schmeckt so wahnsinnig gut und beeindruckt die meisten Frauen ungemein. Die meisten Rezepte im Netz komplizieren es aber übermäßig, daher hier die Grundlage.
Man erhitzt die Schokolade (100g herbe Schokolade, 50 g Vollmilch, – das Mischverhältnis kann man nach Belieben variieren) im Wasserbad. Dann trennt man die beiden Eier und rührt das Eigelb unter. Um es flüsssiger zu machen kann man ein wenig Milch hinzu geben. Dann nimmt man die Schoko-Masse vom Herd. Man schlägt das restliche Eiweiß (mit Zucker je nach Belieben) und die Sahne (250g) steif und hebt beides (nacheinander) vorsichtig unter. Dann füllt man es in Schüsseln und stellt es für einen Tag oder weniger kalt. Et voilà.

Mein Kochblog I: Wie fülle ich Cannelloni?

Nach reiflichen Überlegungen habe ich nun beschlossen, mein Blog nicht zu verkaufen. Stattdessen werde ich ihn meiner neuen Leidenschaft widmen: Dem Kochen. Dies wird der nun meines Wissens nach - ich habe und werde nicht recherchieren - der erste Kochblog Deutschlands.
Heute also Lektion 1: “Wie fülle ich Caneloni?” Zunächst aber erst einmal wie schreibe ich überhaupt Canneloni? Hier die Google-Ergebnisse: Platz 1 Cannelloni (184.000), Platz 2 Canneloni (64.200), Platz 3 Caneloni (1120), Platz 4 Cannelonie (211), Platz 5 Cannellonni (40), Platz 6 Cannellonnie (1).
Man stelle die Cannelloni senkrecht in die Auflaufform, nehme einen Schnipsgummi und festige sie damit. Nun kann man von oben die Füllung in die Cannelloni verteilen. Möglicherweise muss man auch mit einem Löffel ein wenig nachstopfen. Dann den Gummi möglichst spritzfrei lösen und die Cannelloni einzeln in die Form sortieren.

Unser Leid war zu Ende

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Pünktlich eingeläutet wurde er von Wolfgang Tiefensee in einer Tagesschau-Meldung. Er räumte “Schwierigkeiten” in den neuen Ländern ein. Aha, Schwierigkeiten. Es werde wohl noch 15- 20 Jahre dauern bis die “Probleme” gelöst seien. Ach, jetzt verstehe ich, die Probleme.
Was meint er bloß? Die Arbeitslosigkeit, die Einkommen, den Rechtsradikalismus? Das erste ist regional recht verschieden, vielleicht gibt es wirtschaftlich gesehen sogar eher ein Nord-/Süd-Gefälle oder ein Stadt-/Land-Gefälle. Das zweite ist mittlerweile nahezu angeglichen, lediglich das oberste Zehntel hinkt hinterher. Das dritte ist politisch kaum bearbeitbar.
Vielleicht könnte diese permanente Konstruktion einer Hilfsbedürftigkeit irgendwann einmal beendet werden. Der Osten ist kein Entwicklungsland.
Aber diese Aussage, dieses Verständnis für den Osten ist ja Milliarden Euro Transferleistungen wert. Diese müssen doch auch gerechtfertigt werden – und dafür ist der Tag der deutschen Einheit (!) doch genau das richtige Datum.

Konzentration der Aufmerksamkeit

Sapere Aude, der eigentlich Ronan Keating war, verschwindet nun aus meiner Blog-Liste. Es lohnt nicht am Unfall-Ort auszuharren und abzuwarten, welcher Konsumtempel denn auf der klassizistischen Ruine errichtet wird.
Stattdessen begleitet meine Blogroll seinen “Aufstieg” zum Medienrauschen, was bisher wohl mehr Fernseh- als Medienrauschen war. Vielleicht kann er ja dieses Manko ausgleichen.

Krud ist gut

I
Ein Film des unbekannten Dokumentarfilmers Alan Berliner. Er arrangiert in “The sweetest sound” ein Dinner mit 11 anderen Alan Berliners aus den Vereinigten Staaten. Man stelle sich das vor: 12 Personen des gleichen Namens gehen wandern oder Café trinken, man stelle sich das Schwanken zwischen Verwirrung und Faszination vor, man stelle sich nur vor, dass jeder dieser 12 Berliner ein anderer ist, eine andere Geschichte trägt und sie nur dieser eine oberflächliche Name zusammengeführt hat. Dann ahnt man die Leistung jedes einzelnen.
II
Ein Kurzfilm über FKK. Man sieht die Nackten am See liegen, zwei einander Fremde turteln ein wenig, sie reden nicht. Dann ziehen sie ihre Sachen wieder an: Er ist Bankangestellter, Sie ein Punkmädchen. Andere ziehen sich an, sind anders. Man sieht immer nur die Oberfläche und wenn man genauer hinschaut, sie sich also wieder anziehen, sieht man wieder nur Oberfläche, aber immerhin eine andere.
III
Meine Mutter. Ich sollte eine Geburtstagskarte für meine Cousine schreiben. Jeden Tag schrieb ich sprachverliebte Kurzgeschichten, jeden Tag suchte ich Bilder, rang um Worte und gewann. An der einfachen Karte verzweifelte ich. Meine Mutter fragte nur verständlicherweise: “Wie passt das denn zusammen?”

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